Christian Bruna

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F: Hier darf ich ein Mitglied des Dolmetschservice+ Teams vorstellen – Christian Bruna. Ich habe jetzt deinen Namen buchstabiert. Aber wie lautet dein Gebärdenname?
A: Namensgebärde „CHRISTIAN“

F: Woher kommt diese Namensgebärde?
A: Ist doch klar. Du brauchst mich doch nur anzusehen. Schau auf meine Koteletten. Die habe ich schon ewig. Die sind typisch für mich.

F: Stimmt. Die sind wirklich typisch. Sag – wie lange arbeitest du schon als Gebärdensprachdolmetscher?
A:Schon seit knapp zehn Jahren.

F: Zehn Jahre schon. Da musst du davor einen anderen Beruf ausgeübt haben – welchen denn?  
A: Wieso fragst du mich das?

F: Ich habe es vermutet. Du siehst schon ein bisschen älter aus.
A: Danke! Aber es stimmt. Davor habe ich als Buchhalter gearbeitet.

F: Achso – Buchhalter! Warst du als Buchhalter immer am selben Arbeitsplatz tätig? 
A: Nein. Nach Abschluss meiner Ausbildung habe ich im Finanzamt zu arbeiten begonnen, habe dort weitere Ausbildungen und Prüfungen gemacht, bis ich schliesslich pragmatisiert wurde. Da ich mich beruflich verändern wollte, habe ich auf die Fixanstellung gepfiffen. Ich habe dann in verschiedenen Firmen als Buchhalter gearbeitet, bis ich dann schliesslich Leiter des Rechnungswesens wurde. Dann hat mir das Angestelltendasein nicht mehr gefallen. Ich wollte mich selbstständig machen.

F: Das heisst, du hast schon Erfahrung mit der Selbstständigkeit. Und jetzt bist du als Dolmetscher auch selbstständig. Aber jetzt würde ich gerne wissen, wie du auf die Idee, Gebärdensprachdolmetscher zu werden, gekommen bist.?  
A: Puhh – das ist eine lange Geschichte. Als ich 18 Jahre alt war – und das ist wirklich lange her - habe ich einen Gebärdensprachkurs besucht, wo ich allerdings nur LBG gelernt habe. Sechs Monate lang habe ich durchgehalten. Aber es hat mir nicht gefallen. Es war mir zu anstrengend. Daher liess ich es sein. Zehn Jahre später knüpfte ich dann Kontakte zu verschiedenen gehörlosen Menschen. Sie lehrten mich Gebärdensprache und ich sog es auf. Und so habe ich gewissermassen durch die Naturmethode Gebärdensprache gelernt.

F: Was meinst du mit Naturmethode? 
A: Kursbesuche liegen mir nicht so. Hingegen Kommunizieren, plaudern, Beobachten und so die Sprache verinnerlichen – das liegt mir.

F: Achso – und den Beruf des Gebärdensprachdolmetschers – hast du den auch durch die Naturmethode oder mit Hilfe einer Ausbildung erlernt?
A: Nein, nein, nein – ich habe schon eine Ausbildung gemacht. Aber zu Beginn – muss ich zugeben – haben mich Freunde gebeten, ihnen zu helfen, sie zu unterstützen, für sie zu dolmetschen. Damals gab es nur sehr wenige Dolmetscher. Deshalb war es für mich o.k., ehrenamtlich für Freunde zu dolmetschen. Und von meinen Freunden habe von der ersten österreichischen Ausbildung an der UNI Graz erfahren. Zum ersten mal gab es in Österreich eine Ausbildung zum Gebärdensprachdolmetscher. Sie haben mich aufgefordert, mich für diese Ausbildung anzumelden, um ein richtiger Dolmetscher zu sein. Anfangs zögerte ich, habe mich dann aber doch beworben. Nach Abschluss der Ausbildung habe ich dann die Berufseignungsprüfung abgelegt. Das war der Startschuss für meinen Beruf als Gebärdensprachdolmetscher.

F: O.k. Und jetzt – bist du auch noch immer als Buchhalter tätig? 
A: Ja – immer noch. 

F: Noch – Jetzt bin ich aber verwirrt. Übst du also zwei Berufe gleichzeitig aus – einerseits Buchhalter – andererseits Gebärdensprachdolmetscher? 
A: Ja – stimmt. 

F: Und welcher ist dein Hauptberuf? 
A: Was ist Neben- , was ist Hauptberuf – das ist schwierig zu beantworten. Beide Berufe sind für mich gleichwertig, beides sind Hauptberufe.

F: Was den Bereich Dolmetschen betrifft habe ich eine Vermutung, welches dein Spezialgebiet ist. 
A: Klar – selbstverständlich sind das die Themen Wirtschaft, Steuer, Finanzwesen. Ich liebe es Veranstaltungen, Kurse, Workshops im Bereich der Wirtschaft und der Politik zu dolmetschen. Ich achte beim Dolmetschen immer auf Abwechslung. Ich will nicht nur immer in ein und demselben Bereich tätig sein.

F: Dein Spezialgebiet ist also die Wirtschaft. Hast du da in diesem Zusammenhang auch eine spezielle Ausbildung? 
A: Klar. Damals habe ich die Handelsakademie mit Matura abgeschlossen. Und wie ich vorhin schon sagte, habe ich ja beim Finanzamt gearbeitet und dort die Dienstprüfung für den gehobenen Finanzdienst abgelegt. Aber wie gesagt, das habe ich ja bleiben lassen.

F: O.K. Dankeschön für deine Vorstellung.