Mag. Elke Schaumberger

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F: Unser Team besteht aus mehreren DolmetscherInnen, eine davon ist Elke Schaumberger, die ich Ihnen jetzt vorstellen möchte. Elke, wie lautet dein Gebärdenname?
A: Mein Name wird so gebärdet: Elke (wie das Wort Zwilling) und Schaumberger (wie Schlumberger-Sekt).

F: Wie kam es zu diesem Gebärdennamen?
A: Naja, nachdem ich eine Zwillingsschwester habe, die mir sehr ähnlich sieht, ist es immer wieder vorgekommen, dass Gehörlose darüber erstaunt waren und uns verwechselt haben. Daher mein Gebärdenname Elke, wie Zwilling.

F: Ach so, jetzt ist es klar. Sag, wie lange bist du schon Gebärdensprachdolmetscherin? 
A: Mhh, also ich würde sagen mittlerweile schon fast 10 Jahre.

F: Wow, schon 10 Jahre, das ist beachtlich. Hast du vorher schon eine andere Ausbildung absolviert bzw. einen anderen Beruf ausgeübt?
A: Nein, es war schon immer mein Ziel, Gebärdensprachdolmetscherin zu werden.

F: Wie bist du auf die Idee gekommen Gebärdensprachdolmetscherin zu werden?
A: Noch zur Schulzeit – ich war damals ca. 17 Jahre alt – habe ich in Linz ein Sprachfestival besucht. Es wurden verschiedene Sprachen präsentiert. Und als ich dorthin gekommen bin und zum ersten Mal Gebärdensprache gesehen habe, blieb mir vor Staunen der Mund offen. Ich wusste sofort, dass will ich auch unbedingt lernen. Ja, und deshalb habe ich dann in Graz zu studieren begonnen.

F: Das heißt, du hast sofort nach dem Schulabschluss, nach der Matura, mit der Ausbildung zur Gebärdensprachdolmetscherin begonnen?
A: Ja!

F: Du hast neben dem Dolmetschen doch auch ein zweites Fach belegt, nicht wahr?
A: Als ich 1998 mit dem Studium begonnen habe, konnte man bereits das Fach Gebärdensprachdolmetschen wählen - was ich getan habe - und als zweites Hauptfach habe ich mich nach reiflicher Überlegung für Pädagogik entschieden. Beide Studienfächer habe ich mit Diplom abgeschlossen.

F: Ich weiß, dass du jetzt als Gebärdensprachdolmetscherin arbeitest. Aber bist du auch als Pädagogin tätig?
A: Ja, ich unterrichte in drei verschiedenen Ausbildungen: zum einen bei vis.com in Linz, einer Schule für visuelle und alternative Kommunikation, wo ich gehörlose SchülerInnen im Diplomfach Pädagogik unterrichte. Zum anderen unterrichte ich in der GebärdensprachdolmetscherInnenausbildung in Linz, und zwar das Fach Simultandolmetschen. Und nun zum dritten Bereich. Der Berufsverband der GebärdensprachdolmetscherInnen – kurz ÖGSDV – bietet verschiedene Weiterbildungsseminare an. Mein Fach dort ist das Bildungsdolmetschen.

F: Okay, du arbeitest jetzt schon 10 Jahre als Gebärdensprachdolmetscherin. Das bedeutet, du konntest schon viel Erfahrung sammeln. In welchen Bereichen denn?
A: Ich konnte schon in verschiedenen Bereichen Erfahrungen sammeln, aber nicht nur in Österreich, sondern auch im Ausland.

F: Du warst auch im Ausland?
A: Ja.
 

F: Interessant. Da möchten wir jetzt aber Genaueres wissen!
A: Damals, während meines Studiums, habe ich ein Jahr in den Niederlanden verbracht. Das war im Rahmen des Erasmus-Studenten-Austausch-Programms. Dort konnte ich Erfahrungen mit der niederländischen Gebärdensprache sammeln. Das war sehr interessant.

F: Du beherrscht also die holländische Gebärdensprache! Und auch die holländische Lautsprache?
A: Niederländisch spreche ich nach wie vor. Aber von der „Nederlandse Gebarentaal“ habe ich schon viel wieder vergessen – leider. 

F: Du hast vorhin noch eine andere Auslandserfahrung angedeutet. Wo warst du denn noch?
A: Nach dem einjährigen Aufenthalt in Holland bin ich dann nach Berlin übersiedelt. Dort habe ich zwei Jahre lang gewohnt und an der Humboldt-Universität zu Berlin gearbeitet. Am interessantesten an meiner Tätigkeit dort fand ich, im Team mit drei gehörlosen KollegInnen zusammen zu arbeiten. Wir haben uns natürlich in der DGS, der deutschen Gebärdensprache, unterhalten. Das hat gut geklappt und ich habe die DGS relativ schnell beherrscht.

F: Und heute sprichst du Deutsche Gebärdensprache immer noch perfekt?
A: Naja, ich verstehe sie nach wie vor sehr gut, kann sie allerdings nicht mehr so flüssig produzieren.

F: Super, sehr interessant. Jetzt möchte ich gerne wissen, welches dein Spezialgebiet beim Dolmetschen ist?
A: Ich habe einige Spezialgebiete. Zum Beispiel den Bereich Bildung, Pädagogik, aber auch das Thema Politik. Ich dolmetsche im Parlament und auf Pressekonferenzen. Ich dolmetsche allgemein gerne auf Konferenzen. Aber nicht nur in Österreich, auch internationale Konferenzen interessieren mich sehr.

F: Wir sind hier auf der Homepage „DolmetschServicePlus“ – was denken Sie, wer von unserem Team hatte die Idee dazu? Es war Elke. Kannst du uns bitte kurz erzählen, wie du auf die Idee gekommen bist, DolmetschServicePlus zu gründen?
A: Die Idee hatte ich, weil ich auf internationaler Ebene festgestellt habe, dass  eine Menge starker Teams und Netzwerke existieren. Diesen Gedanken wollte ich nach Österreich tragen. Und der Name „DolmetschServicePlus“ begründet sich natürlich in erster Linie in unserem Beruf, dem Dolmetschen. Für mich ist aber auch besonders das Service für die KundInnen wichtig. Ich möchte ein gutes Service anbieten. Und das Plus entstand deshalb, weil mir auch viele andere Themen wichtig sind, die dazukommen – daher das Plus.

F: Ach so, daher also der Name DolmetschServicePlus. Dankeschön für deine Idee. Und danke, dass du uns jetzt so viel Interessantes erzählt hast.
A: Sehr gerne, danke auch an dich!