Mag. Patricia Brück, M.A.

Achtung:

Zur Betrachtung des Videos auf dieser Seite müssen Sie Javascript in Ihrem Borwser aktivieren.

Ohne Javascript bzw. Flash Plugin können Sie die folgenden Video Downloadlink benutzen.
Downloadlink

F: Das Team von DolmetschservicePlus besteht aus vier Personen. Eine davon ist Patricia Brück. Sie möchte ich jetzt vorstellen. Was ist denn dein Gebärdenname?
A: Mein Gebärdenname ist "Eidechse auf der Schulter".

F: Und woher diese Gebärde?
A: Ich liebe Eidechsen. Und ich habe auf der rechten Schulter ein Tatoo von einer Eidechse. Daher mein Gebärdenname.

F: Achso daher die Gebärde. Dein aktueller Beruf ist Gebärdensprachdolmetscherin. Wie lange machst du das schon?
A: Die Berufseignungsprüfung habe ich im Jahre 2000 gemacht. Ich arbeite also jetzt 10 Jahrein diesem Beruf

F: Ok, also die letzen 10 Jahre hast du als Gebärdensprachdolmetscherin gearbeitet. Aber was hast du vorher gemacht?
A: Ich war immer schon von Sprachen begeistert. Daher habe ich ein Dolmetschstudium für Englisch, Französisch und Spanisch gemacht, habe dann auch Bücher aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche übersetzt. Ich habe auch Sprachen unterrichtet; schon im Gymnasium habe ich sehr gerne Nachhilfe gegeben. Ab der dritten Klasse habe ich die Schülerinnen der ersten Klasse unterrichtet.

F: Bücher übersetzen ist eine anspruchsvolle Tätigkeit. Hast du auch Erfahrungen mit dem Korrigieren von Texten, die andere Leute schreiben?
A: Ja, ich habe zum Beispiel für die Technische Universität viele Jahre die Forschungsberichte eines Instituts korrigiert und editiert. Ich habe auch für Computerprogramme Handbücher geschrieben und habe im Rahmen dieser Tätigkeit Texte überarbeitet und umformuliert.

F: Du hast uns jetzt erzählt, dass du einen Schwerpunkt im Bereich Sprachen und Texten hast. Aber soweit ich weiß, hast du noch einen anderen Schwerpunkt: den technischen Bereich. Was hast du da gearbeitet?
A: Im technischen Bereich habe ich vor allem als EDV-Trainerin gearbeitet und meinen KursteilnehmerInnen erklärt, wie sie verschiedene Programme verwenden können. Dann habe ich auch für Computerprogramme Handbücher geschrieben, habe User Interface Design gemacht und selbst programmiert.

F: Du kommst also von der Technik und hast einen zweiten Schwerpunkt im Bereich Fremdsprachen. Wie kommt es dann, dass du Gebärdensprachdolmetscherin geworden bist?
A: Ich habe das Gefühl, dass es sich bei allen meinen Themen immer um "Sprache" gehandelt hat. Ich ging in ein Neusprachliches Gymnasium und mein Lieblingsfach war Latein. Das heisst, dass ich schon als Kind und Jugendliche sehr auf Sprachen fixiert war. Und dann kam ein Ereignis – du erinnerst dich an deinen ersten Dolmetschauftrag?

F: Ja, der Weltkongress der Gehörlosen in Wien.
A: Genau, der Weltkongress. Damals kamen sehr viele Gehörlose in Wien zusammen; überall sah ich sie gebärden und war begeistert. Ich wollte auch gebärden lernen und meldete mich für einen Gebärdensprachkurs an.

F: Und welche Ausbildung hast du dann gemacht, um Gebärdensprachdolmetscherin zu werden? 
A: Ich habe eine ganz ähnliche Ausbildung wie du. Ich habe an der Universität Graz die Ausbildung HORIZON 2 gemacht, du hast ja HORIZON 1 gemacht.

F: Stimmt. Ich habe HORIZON 1 gemacht. Beim Dolmetschen hast du klarerweise Schwerpunkte im Bereich Technik und Sprachen. Gibt es noch andere Bereiche, in denen du gerne dolmetschst? 
A: Ja, Wirtschaft ist auch eines meiner Themen. Die Bücher, die ich früher übersetzt habe, waren aus dem Bereich der Ökonomie. Außerdem dolmetsche ich auch gerne im politischen Bereich und im Bildungsbereich. Egal, ob es sich um Lehrausbildungen oder um Universitätsstudien handelt, ich liebe den Ausbildungsbereich.

F: Ich kenne dich ja gut und auch andere Personen, die dich kennen, wissen, dass du immer interessiert bist, etwas Neues dazuzulernen. Ich habe gehört, dass du eine europaweite Ausbildung machst und noch dazu bist du die einzige Österreichische Teilnehmerin dabei. Kannst du uns kurz erklären, was für eine Ausbildung das ist?
A: Ja. Die Ausbildung heißt EUMASLI, European Master of Sign Language Interpreting. Sie behandelt viele Themen. Erstens geht es um International Sign und das Dolmetschen von Internationalen Konferenzen. Das zweite Hauptthema ist Gebärdensprachdolmetschforschung. Das dritte Thema ist die persönliche Entwicklung des Gebärdensprachdolmetschers, also wie man seine eigene Arbeit verbesssern, weiterentwickeln und kontrollieren kann.

F: Vielen Dank.