Sabine Zeller

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F: Hier darf ich ein Mitglied des Dolmetschservice+ Teams vorstellen – Den Namen brauche ich ja gar nicht zu erwähnen. Die Dame, die hier neben mir steht, ist ohnehin allen bekannt. Sie ist eine der Dolmetscherinnen, die im Fernsehen die Zeit im Bild dolmetscht. Trotzdem – ihr Name ist Sabine Zeller. Sabine - Wie gebärdest du deinen Namen?
A: Namensgebärde „SABINE ZELLER"

F: Ah! Woher kommt diese Gebärde für Sabine?
A: Der Grund liegt darin, dass ich sehr gerne und oft lache. Daher ist die Gebärde für Lachen auch meine Namensgebärde. Und was die Gebärde „Zeller" betrifft – Zufällig gibt es einge gehörlose Familie, die den gleichen Familiennamen trägt. Daher wird deren Namensgebärde auch für meinen Familiennamen verwendet.

F: Interessant. Wie lange dolmetscht du schon?

A: Das ist jetzt schwer zu beantworten. Ich bin eine CODA, d. h. ich bin bei meinen gehörlosen Eltern aufgewachsen und habe deshalb auch immer wieder gedolmetscht. Aber ich erinnere mich noch. Es war die erste große Veranstaltung, für die zu dolmetschen ich beauftragt wurde. Das war schon 1995, beim Weltkongress der Gehörlosen.

F: 1995 – das bedeutet, du hast wirklich schon sehr viel Erfahrung. Mich interessiert – ist Dolmetscherin seit damals dein Hauptberuf, oder hast du auch noch einen anderen Berufen ausgeübt?

A: Ja – zuerst war ich als Gehörlosenlehrerin tätig.

F: Ah – du hast also gehörlose Kinder unterrichtet.

A. Stimmt.
F: Und wo?
A: Es war in Wien, in Speising, in der Gehörlosenschule wo ich 14 Jahre lang unterrichtet habe.

F: Das ist auch schon eine lange Zeit gewesen. Und du unterrichtest jetzt immer noch?

A: Unterrichten ja, aber ich unterrichte keine Kinder mehr. Und ich arbeite auch nicht mehr als Lehrerin. Ich bin jetzt immer wieder im Bereich der Gehörlosenpädagogik tätig, halte immer wieder Seminare und Vorträge. Was ich noch mache – Eltern von gehörlosen Kindern zu beraten. Ich habe einen Verein mitgegründet mit dem Namen „Plattform Integration und Gebärdensprache". Und vor kurzer Zeit war ich auch in Klagenfurt bei der Ausbildung für gehörlose Menschen zum Beruf der/des Gebärdensprachlehrerin/s tätig.Das heißt meine Erfahrungen als Pädagogin kann ich ausnützen und im Fach Methodik und Didaktik weitergeben.

F: Interessant, super. Eine Frage: Du hast gesagt, dass du eine Coda bist. Das bedeutet Gebärdensprache ist deine Muttersprache, damit hast du Gebärdensprache voll verinnerlicht. Ist dann eine Dolmetschausbildung überhaupt noch notwendig?

A: Selbstverständlich ist die notwendig! Ich erinnere mich, dass ich früher ich immer wieder dolmetschte, es war  zu einer Zeit, wo ich noch keine Ausbildung hatte: Das war unglaublich schwierig für mich! Ich wusste nicht, ob es da Regeln zu beachten gibt, ich hatte einfach keine Ahnung! Aber nachdem ich meine Ausbildung hatte, ging es mir viel besser.

F: Was jetzt noch interessant ist: Dein Spezialgebiet ist sicherlich die Pädagogik, aber gibt es noch andere Spezialgebiete, wo du dolmetscht?

A: Ja. Klar, die Pädagogik ist jener Bereich, dem ich treu geblieben bin. Aber auch die Bereiche Politik und Kultur. Ich arbeite immer wieder auch im Theater. Großes Interesse habe ich auch am medizinischen und sozialen Bereich.

F: Jetzt bin ich ein wenig neugierig. Im Bereich KulturTtheater, ja, da hast du Erfahrungen. Wenn man im Theater dolmetscht, ist das leicht oder schwierig?

A: Ich muss sagen, im Theaterbereich zu dolmetschen ist anders. Denn davor braucht man viel Vorbereitung. Oftmals sind es komplizierte Texte in einem alten Sprachstil, die entsprechend in die Gebärdensprache gedolmetscht werden. Das ist eine große Herausforderung.

F: Das kann ich mir vorstellen und ich denke mir, dass die Zusammenarbeit mit dir, bei Dolmetschservicve+ sicher spannend  und interessant wird. Ich freue mich schon darauf.

A: Auch für mich ist es eine Freude mit allen zusammenzuarbeiten.